Handyversicherung Test 2026
Was haben österreichische Verbraucherstellen tatsächlich untersucht? Wir ordnen AK-Check, AK-Vergleich und VKI-Beiträge mit Jahr und Quelle ein, nennen unsere Vergleichskriterien und zeigen die häufigsten Fallstricke.
Einen offiziellen Testsieger für Handyversicherungen gibt es in Österreich nach unserem Kenntnisstand nicht (Stand 10.10.2026). Es gibt einzelne Untersuchungen von Verbraucherstellen: den AK-Check der Arbeiterkammer Wien vom März 2025, einen Vergleich der AK Oberösterreich von 2018 sowie Beiträge des VKI von 2016 und 2009.
Wir erklären, was darin steht, wie alt die Zahlen sind und wie du daraus selbst den passenden Tarif ableitest. Die Stiftung Warentest ist eine deutsche Einrichtung, ihre Ergebnisse betreffen den deutschen Markt und lassen sich nicht eins zu eins auf Österreich übertragen.
Das haben österreichische Verbraucherstellen untersucht
Vier Quellen, jeweils mit Jahr – vom aktuellsten zum ältesten Beitrag
AK Wien – „Handy- und Brillenversicherungen im AK-Check“
Erhebung von November 2024 bis März 2025 bei Netzbetreibern und Herstellern, die erste Untersuchung dieser Art durch die AK Wien. Für ein 600-€-Smartphone lagen die Monatsprämien zwischen 7,99 € und 11,49 €, alle untersuchten Tarife hatten Selbstbehalte zwischen 20 und 129 €. Die Tarife unterscheiden sich vor allem darin, ob Diebstahl und Verlust mitversichert sind. Die Versicherer sitzen durchwegs im EU-Ausland. AK-Fazit: kein umfassender Schutz, überlegenswert bei sehr teuren, neuen Handys.
Zur Quelle →AK Oberösterreich – Vergleich von zehn Angeboten (APA-Meldung vom 11.10.2018)
Laut Meldung lohnt sich eine Handyversicherung nur für wirklich teure Geräte. Für ein 699-€-Handy lagen die Jahresprämien zwischen 69,95 € und 119,88 €, der Selbstbehalt bei Reparaturen zwischen 30 € und 129 €, Diebstahlschutz kostete 15 bis 36 € pro Jahr extra. Der Zeitwert könne schon im ersten Jahr auf die Hälfte sinken. Die Konditionen stammen aus 2018 und sind überholt.
Zur Quelle →VKI / Konsument – „Handy-Geräteversicherung: Nicht rundum sorglos“ (29.10.2016)
Fallbeispiel eines iPhone 6 mit Einmalprämie von 149,90 €: Das Handy wurde in einer Disco aus der körpernah getragenen Handtasche gestohlen. Die Versicherung verweigerte die Leistung zunächst mit Verweis auf eine Bedingung zur Verwahrung. Der VKI hielt die Verwahrung für üblich und reichte Klage ein.
Zur Quelle →VKI / Konsument – „Geräteversicherungen: Entbehrliche Extras“ (16.11.2009)
Der Beitrag kam zu dem Schluss, dass die Kosten hoch und der Nutzen fraglich sind, und kritisierte, dass die Bedingungen vor dem Abschluss oft nicht bekannt sind.
Zur Quelle →Unsere Einordnung: Die Beiträge von 2009 bis 2018 sind historisch. Sie zeigen aber, welche Fragen Verbraucherstellen seit Jahren stellen: Wie streng sind die Verwahrungsklauseln, wie hoch ist der Selbstbehalt, wird Zeit- oder Neuwert erstattet? Auf heutige Tarife lassen sich ihre Zahlen nicht übertragen. Quellen abgerufen am 10.10.2026, Presseberichte sind als solche gekennzeichnet.
Anbieter in unserem Vergleich: Fakten statt Medaillen
Tarifdaten aus dem Vergleich auf dieser Seite, ohne Rangfolge
hepster
- Selbstbehalt 20–100 € je nach Gerätewert, Tarif ohne Selbstbehalt wählbar
- Diebstahlschutz optional
- Wartezeit von 6 Wochen bei Geräten, die älter als 30 Tage sind
- Abo nach 3 Monaten Mindestlaufzeit monatlich kündbar
ab 2,50 €/Mon. (Geräte bis 250 €)
Risikoträger: Wertgarantie AGWertgarantie
- Selbstbehalt 30 €, Premium-Option ohne Selbstbehalt und mit Diebstahlschutz (+2 €/Mon.)
- 24 Monate Mindestlaufzeit
- Akkudefekte laut Anbieter mitversichert
- Geräte über 12 Monate gelten als Gebrauchtgerät (3 Monate Wartezeit)
ab 5,00 €/Mon. (Geräte bis 500 €)
Risikoträger: Allianz Elementar Versicherungs-AGAllianz
- Selbstbehalt 60 € je Schadensfall
- Variante Plus mit Diebstahlschutz
- Nur für Smartphones und Tablets bis 1.500 € Kaufpreis
- Laufzeit 1 Jahr
ab 3,99 €/Mon. (Variante Basis)
Außerhalb dieses Vergleichs gibt es in Österreich den Geräteschutz der Netzbetreiber – A1 „Handygarantie“, Magenta „Fair & Sicher“, Drei „Direkt-Schutz“ – sowie das Geräte Schutzpaket von MediaMarkt (Risikoträger ERGO Versicherung AG, Wien), das du direkt beim Kauf im Markt abschließt.
Die häufigsten Fallstricke bei Handyversicherungen
Was AK und VKI kritisieren – und was in den Tarifdaten steht
Verwahrungsklauseln und grobe Fahrlässigkeit
Laut AK-Beratung sind „grobe Fahrlässigkeit“ und „sorglose Verwahrung“ häufige Ablehnungsgründe. Im VKI-Fall von 2016 verweigerte die Versicherung zunächst die Leistung, als ein Handy aus der körpernah getragenen Tasche gestohlen wurde. Lies die Bedingungen zur Verwahrung vor dem Abschluss.
Diebstahl und Verlust sind nicht automatisch dabei
Die AK-Erhebung von 2025 zeigt: Die Tarife unterscheiden sich vor allem darin, ob Diebstahl und Verlust mitversichert sind, oft muss der Schutz zusätzlich gebucht werden. Auch rein optische Schäden wie Kratzer und Verschleißteile sind meist ausgeschlossen.
Zeitwert statt Neuwert bei Totalschaden
Viele Versicherer erstatten bei Totalschaden nur den Zeitwert. Die AK Oberösterreich berichtete 2018, dass dieser schon im ersten Jahr auf die Hälfte sinken kann. Die AK empfiehlt, Zeit- und Neuwert ausdrücklich zu vergleichen.
Wartezeiten und Abschlussfristen
Bei hepster gilt für Geräte, die älter als 30 Tage sind, eine Wartezeit von 6 Wochen; bei Wertgarantie sind Geräte ab 12 Monaten Gebrauchtgeräte mit 3 Monaten Wartezeit. Bei den Netzbetreibern zählt die Abschlussfrist: bei A1 bis zu 30 Tage nach dem Kauf, bei Drei bis zu 90 Tage (Stand 10.10.2026).
Lange Laufzeiten und automatische Verlängerung
Wertgarantie hat 24 Monate Mindestlaufzeit mit Verlängerung um 12 Monate. Laut AK-Erhebung (Stand 03/2025) beträgt die maximale Laufzeit bei den meisten Tarifen fünf Jahre. Verlängerungsklauseln sind nach Einschätzung der AK nur selten wirksam. Als Verbraucher kannst du Verträge über mehr als drei Jahre zum Ende des dritten Jahres kündigen (§ 8 VersVG).
Versicherer im EU-Ausland
Die Vertragspartner der von der AK untersuchten Tarife sitzen durchwegs im EU-Ausland. Das ist kein Mangel an sich, im Streitfall solltest du aber wissen: Die Versicherungsbeschwerdestelle im Sozialministerium nimmt auch Beschwerden über ausländische Versicherer entgegen.
So vergleichen wir: Kriterien nach AK-Empfehlung
Ohne Punktesystem und ohne Rangliste – du gewichtest selbst
Prämie im Verhältnis zum Gerätepreis
Was zahlst du über die Laufzeit, und ab welchem Schaden rechnet sich der Tarif? Die Rechnung dazu steht im Ratgeber.
Selbstbehalt
Fester Betrag oder keiner? Die AK fand in ihrer Erhebung 20 bis 129 €. Tarife ohne Selbstbehalt kosten mehr Prämie.
Leistungen und Ausschlüsse
Welche Schäden sind versichert, was ist ausgeschlossen? Fordere das Produktinformationsblatt (IPID) an, wie es die AK rät.
Diebstahl und Verwahrung
Ist Diebstahl dabei oder ein Zusatz, und welche Pflichten stehen in den Bedingungen? Eine Polizeianzeige wird oft verlangt.
Laufzeit und Kündbarkeit
Mindestlaufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist entscheiden, wie flexibel du bleibst.
Abschlussfrist und Gebrauchtgeräte
Bis wann nach dem Kauf kannst du abschließen, und gibt es Wartezeiten bei älteren Geräten?
Zeit- oder Neuwert
Wird im Totalschaden der Zeitwert oder ein Ersatz zum Neuwert geleistet?
Kundenbewertungen
Bewertungen auf Google und Trusted Shops zeigen, wie die Schadenabwicklung erlebt wird. Sie ersetzen keine Bedingungsprüfung.
Wir veröffentlichen bewusst keine Rangliste, denn welcher Tarif passt, hängt von Gerät, Alltag und Risikobereitschaft ab.
Tarife für dein Handy selbst vergleichen
Gib den Kaufpreis ein und sieh die Tarife aus Österreich nebeneinander:
Werbehinweis: Die Tarife im Vergleich sind Affiliate-Links. Schließt du über einen solchen Link eine Versicherung ab, erhalten wir eine Provision. Dein Beitrag ändert sich dadurch nicht. Links zu Herstellerangeboten wie Samsung Care+ oder AppleCare+ sind keine Affiliate-Links.
